| RSC-Garage |
| VW Golf GTI 16V - 2012 |
Früher schon konnte ich Puzzles nicht ausstehen. Da passiert ewig nichts, alles sieht irgendwie ähnlich aus, aber nichts ist gleich und das Teil, das man so ganz dringend sucht, ist entweder verschlampt oder unter den Teppich gekullert. In Wahrheit ist ein Auto nichts anderes. Zumindest schauen sich die einzelnen Teile nicht zum verwechseln ähnlich und unter den Teppich kann auch nichts so leicht kullern. Wobei, auch Garagen haben ihre Tücken. Umso schöner ist es, wenn auf einmal, Monate oder gar Jahre später, scheinbar verwunschene Teile wieder ans Tageslicht kommen. Wirklich, mir kommt meine bescheidene Hütte manchmal wie eine Gletscherspalte vor. Verschluckt irgendwann jugendliche Teile, die Jahre (gefühlte Jahrzehnte) später mal als in Dreck konservierte Ötzi-Dinger auftauchen. Als ich so unter dem Auto lag und mich noch darüber entsetzte, wie dreckig mein Guif eigentlich ist, stachen mir die verrosteten Tankhaltebänder ins Auge. Dass ich einen Satz vor Jahren einmal schwarz beschichten ließ (also in der Farbe Schwarz, nicht ohne Rechnung natürlich), fiel mir erst wieder ein, als mir die Dinger in die Hände fielen, als ich etwas ganz anderes gesucht habe. Gut, dann kann der Zusammenbau ja los gehen. Natürlich sollte man immer mit den wichtigsten Dingen zuerst anfangen. Die neu lackierte Hinterachse bekam erst mal neue Lager. Natürlich aus PU, war der Einbau so unglaublich einfach, dass ich nie mehr normale Gummi/Metall-Lager verbauen würde. Allein das Einpressen geht ja wieder nur mit einer Presse. Darauf hab ich echt keinen Bock. Abgesehen davon sind die Dinger natürlich viel besser und sowieso immer zu empfehlen. Wenn wir schon bei Lagern sind: Der Eibach-Stabi hatte von Anfang an diese härtern Lager. Das Befestigungsmaterial ist zwar auch schon von 1998, aber es reichte, alles nur ordentlich zu reinigen. Die Domlager der hinteren Federbeine tauschte ich aber lieber aus. Aus mehreren Gründen: Zum einen waren die Teile unbekannten Alters. Zum anderen war im PU-Lagerset noch besagtes Kit für die hinteren Federbeine dabei. Wenn auch ein wenig pfuschig. Wer genau schaut, erkennt, dass die oberen Teile der Lager unterschiedlich sind. Beide passten aber nicht gscheit, also kamen nur die unteren zum Einsatz. Gut jedenfalls, dass ich die getauscht habe, denn seinerzeit bei der Erstmontage (muss so um 2002 gewesen sein) vergaß ich scheinbar auf diese Unterlegscheiben (Bild Mitte). Oder ich habs damals verschlampt, kann auch sein. Dass man das Lager ohne ihnen nie ordentlich festschrauben kann, muss nicht extra erwähnt werden. Aber ich kaufe ja leidenschaftlich gerne Neuteile. Vor allem, wenn sie so preiswert sind wie für den Zweiergolf. Natürlich könnte hier auch Taktik dahinter stecken. Da denkt man sich, ach is ja wurscht, kost alles nix, kaufst die Schraube und die Halterung auch gleich neu. Und im Endeffekt gibst du deutlich mehr aus als eigentlich geplant. Zumindest bei mir wars so, aber was soll ich denn tun, wenn auch noch alles lagernd war? Alles nicht nehmen und die neu lackierte Achse mit alten Schrauben und Lagerböcken zusammenbauen? Eben. Gereinigt gehört der Unterboden dennoch ganz ganz dringend. Das fällt mit den Neuteilen erst so richtig auf. Aber das kommt im Sommer dann. Jedenfalls ging es flott dahin. Als die Achse endlich wieder an ihrem Platz hing, dachte ich ernsthaft, jetzt ist es bald geschafft. Schön naiv, denn das Puzzle ging jetzt erst in die nächste Runde. Schließlich waren die Bremsen noch vergammelt und dreimal angemalt worden. Also erst mal gründlich abschleifen und neu lackieren. Sicher kann jetzt über den güldenen Anstrich diskutiert werden. Aber erstens hatte ich die Farbe noch, zweitens gefielen mir die JPS-Lotus immer schon sehr und außerdem blickt durch die BBS eh niemand durch. Die Achszapfen erhielten dafür eh einen dezent-schwarzen Anstrich. So, aber jetzt zusammenbauen. Wie gesagt, alte Schrauben gehen garnicht, und wenn man dann einmal im Bestellwahn ist, geht es halt wild drauf los. Ich dachte mir dann schon: Kaufe die Teile, solange es sie noch gibt. Dass wirklich jede Nummer auf meiner Liste dann aber noch lieferbar war, verblüffte nicht nur den Verkäufer ("So a Bestellung hab ich überhaupt noch nie gesehen."), sondern auch mich und meine Benkomatkarte So aber gab es sogar den Bügel für den Bremskraftregler neu, und wirklich alle Schrauben, die auch nur im entferntesten mit der Hinterachse zu tun haben. Es war teilweise nicht sonderlich schlau, manche Dinge erst anzubauen, als die Achse schon im Auto hing. Aber jetzt noch mal ausfädeln, kam nicht infrage, also munter weiterbauen. Die Tankhaltebänder kamen jetzt mit neuen Halterungen zum Einsatz, die Federbeine steckten auch endlich wieder an ihrem Platz. Was fein war, denn damit bekam alles langsam wieder ein Gesicht. Und mir fällt gerade extrem der Grünstich auf, den meine Kamera zu haben scheint. Hm. Die Bremsleitungen sind meiner Meinung nach immer fummelig zu montieren, wesentlich leichter hingegen das Hitzeschutzblech für den Tank. Ich weiß schon, dass das eigentlich gelbverzinkt gehört, aber ganz ehrlich: Das ist so verdeckt montiert, dass es völlig reicht, wenn es schwarz und rostfrei daher kommt. So, Achszapfen montieren, natürlich auch mit neuen Schrauben. Ich gebe zu, dass ich mich an diesem Punkt selber nicht mehr ganz verstand. War ja ein richtiger Kaufrausch, dem ich da verfallen bin. Diese Schrauben sieht keine Sau, da ja völlig von (natürlich neuen) Abdeckungen verdeckt. Immerhin das Schutzblech der Bremsen musste ich nicht neu kaufen. Das tat ich bereits 2002. So, alles soweit wieder montiert. Ob es eine gute Idee war, die Sättel gold zu machen, nachdem die Stoßdämpfer ja gelb sind, wird sich noch zeigen. Ich könnte mir jetzt einreden, dass die Teile je nach ihrer Funktion eine bestimmte Farbe bekamen. Aber so war es nicht. Ich denke, dass das Gesamtbild dennoch einigermaßen stimmig ist. Wenn, ja wenn der Rest zumindest einigermaßen sauber wäre. So aber schauts etwas komisch aus. Aber ich gelobe Besserung, und außerdem: Das ist die gottverdammte Unterseite eines Autos. Das sieht niemand, außer der Pickerlprüfer. Einmal im Jahr. Aber darum geht es ja nicht. Noch dümmer wäre es gewesen, hätte ich nur die Lager getauscht und alles im verrosteten Zustand wieder zusammengebaut. Und so gesehen, gibt es ohnehin nur einen Grund, warum man diesen Aufwand betreibt: Fürs eigene Seelenwohl. Punkt. Halt, etws gab es noch zu tun. Die Strebe am Unterboden, direkt vor der Hinterachse, lag noch herum. Auch so ein vergessenes Puzzleteil, das wieder auftauchte. Passt wie angegossen, obwohl eigentlich für den Dreiergolf vorgesehen. Die Stehbolzen für eine korrekte Montage gibt es aber bei jedem Zweier, ich konnte bis dato aber nicht heraus finden, wann und bei welcher Ausführung diese Strebe zum Einsatz kam. Wer etwas darüber zu berichten hat, bitte Mail an mich. So, Bauabschnitt Hinterachse abgeschlossen. Ein gutes Gefühl, dem Ziel sichtbar näher gekommen zu sein. Dass besagtes Ziel aber noch viel weiter weg war, als angenommen, ahnte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. |
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