| RSC-Garage |
| Oh wie schön ist Panama! |
Ich kann nicht einmal sagen, war der genaue Auslöser war. Schließlich war der Kübel schon seit 2005 aus den Augen aller Beteiligten verschwunden. Immerhin sechs Jahre, in denen viele Autos kamen und gingen. Doch was hat es dann mit diesem uralten 60 PS-Passat auf sich? An den Schmarrn mit Vorbestimmung und Schicksal glaubt ja nur der, der daran glauben mag. Vermutlich war es einfach nur eine Verkettung an Zufällen, die zum Unvermeidlichen führte: Der Rückkehr. Es war an der Zeit, ein Kapitel zu beenden, das so alt ist wie RSC selbst: Die Akte Panama. Dazu gibt es natürlich eine Vorgeschichte, als die Zufälle ihren Lauf nahmen. Und wenn bei RSC etwas ins Rollen kommt, dann passiert das grundsätzlich beim Aufräumen. So tauchte dieses mal wieder das Dekor-Set von Kamei auf, das irgendwo in diversen Lagern seit Anbeginn ein Stiefkind-Dasein fristete. Mittlerweile ist das Set natürlich eine Rarität und zum verwenden viel zu schade. Verkaufen kam aber trotzdem nie in Frage, aber die Anleitung kann man sich ja mal durchschauen. Sogar eine kleine Walze (aus Metall!) zum glattstreichen der Folien war dabei, alles bebildert und beschriftet. Das war schon cool irgendwie. Und das passende Auto hätte man ja auch noch irgendwo herumstehen. Würde dem Panama doch vorzüglich stehen, oder? Hm, der Panama, gutes Stichwort den gibt es ja auch noch. Wie es dem wohl geht? Auch der nächste Zufall entstammt einer Aufräum-Aktion, die einem Wutanfall folgte, da alles im Weg lag und wieder mal nichts Platz hatte. Es tauchten zwei Kotflügel auf, anno 2002 (glaube ich jetzt, könnte auch 2001 gewesen sein) von einem VW-Schlachter gerettet, der kurz darauf zusperrte. Da, wo sie jetzt standen, konnten sie nicht mehr bleiben. Und eigentlich, der Panama bräuchte doch eh neue Kotflügel, die waren doch beide beleidigt, oder? Und überhaupt, der Panama, gutes Stichwort... Es ist bei einem Buschfeuer ja oft so, dass es an mehreren Stellen zeitgleich zu brennen anfängt. Dass kurze Zeit darauf ein Anruf kam, der Panama müsse weg, da dort, wo er bis dato stand, umgebaut werden sollte, verblüffte niemanden mehr. Irgendwie war die Zeit einfach reif für ein Comeback. Für die Rückkehr. Für die Behebung uralter Fehler. Die zuerst mit der Bergung anfing. Der Wagen war eingepfercht von fragwürdigen Audis unterschiedlichster Epochen. Bedingt fahrfähig war der Gute, die Flüssigkeiten waren steinalt. Ihn zu schleppen schien als die schlauere Form der Fortbewegung. Eine nahegelegene Werkstatt war das Ziel, die den Auftrag bekam, den VW mal durchzuschauen, was für ein Pickerl alles zu machen sei. Nun, um es kurz zu machen: Ein Kabelbrand machte jegliche Ambitionen zunichte. Auch die Sache mit den blauen Kennzeichen bei der Abholung war lieb gemeint, aber es blieb wieder mal nur die Schleppstange. Und ein zweistündiger Marathon quer durch Niederösterreich, um nach über fünf Jahren wieder dort einzutrudeln, wo der Passat einst weg musste. Nach dieser ganzen Scheiße, die allein die Bergung der Rodel verursachte, reichte mir der Wagen erst mal wieder, sodass er ein weiteres halbes Jahr in der Halle verbrachte. Kanns ja nicht sein. Da will man etwas Gutes tun, und alles verschwört sich gegen dich. Als Gras über die Sache gewachsen war (so sauer war ich selten auf ein Auto), ging es aber wirklich los. Die Suche nach den Fehlern konnte beginnen. Das ist ja das Schöne an so alten Autos. Die Technik ist transparent. Wenn etwas nicht funktioniert, ist der Fehler praktisch immer zu sehen und nicht in den Tiefen der Elektronik verborgen. Fehler Nummer 1 war natürlich die starke Rauchentwicklung, die im Endeffekt vom Pluskabel der Zündspule kam, die direkt zum Sicherungskasten führt. Gut, zumindest ist somit klar, was geschmort hat. Aber warum? Am verdreckten Zustand des Motorraums kann es nicht liegen. Suchen wir also weiter. Beim Ausfädeln des alten Kabels war dann alles klar: Blankgescheuert am Karosserieübergang in der Spritzwand von Motor- zum Innenraum. Ich verwendete ein etwas dickeres Kabel, das zudem noch besser isoliert ist, zusätzlich mit Schrumpfschläuchen geschützt. Hier sollte es nie wieder Probleme geben. Wenn wir schon mal im Motorraum tätig sind, ging es gleich mit weiteren Fehlern weiter (ui, Wortwiederholung). Auch die waren einfach zu finden. Problem: Licht geht nicht. Ursache: Keine Glühbirnen verbaut. Etwas eigenartig war es schon, was bei dem Wagen alles fehlte. Irgendwer hat sich hier in den letzten Jahren großzügig selbst bedient. Zumindest war noch die metallene Fassung vorhanden. Nach einem Check diverser Sicherungen und Kabel und Leitungen durfte der Motorraum ein wenig gesäubert werden. Den Dreck der Jahrzehnte würde ich nie als Patina bezeichnen. Spuren des Alters erkennt man im sauberen Zustand sogar besser und das Ziel war es auch nicht, einen fabriksneuen Motorraum zu generieren, sondern ihn lediglich soweit zu säubern, dass er gepflegt und gut serviciert wirkt. Außerdem kann man undichte Stellen nur erkennen, wenn alles sauber ist, aber dazu später mehr. Da der Passat nun wieder fahrfähig ist (wenn auch nur bedingt), sollten ein paar uralte Optik-Macken ausgebessert werden. Vor allem die hintere Stange stört mich, seitdem ich sie im Jahr 2000 montiert habe. Der Knick ist ein Wahnsinn und lässt vermuten, dass der Wagen mal einen Unfall hatte. Dabei war das alles noch der 75er. Aber, ich war ja unlängst im Lager aufräumen, und da purzelten mir die 73er-Stoßstangen entgegen, die ich schon total vergessen hatte. Blinker waren auch noch drin, und wie man an dem halbgeputzten Blinkerglas erkennt, haben die Dinger großes Potenzial, wieder schön zu werden. Dass die Stangen mit den runden Ecken nicht Baujahr-konform sind, ist mir natürlich klar. Aber die Idee des Panama war es schon immer, ein kleines Best of-der Baureihe zu basteln. Ähnlich, wie es auch beim Camaro, beim Einser, beim 16V oder auch beim S2 der Fall ist. Also Polierpaste rauskramen und Muskelschmalz einsetzen. Gegen diese Arbeit ist Lack-polieren übrigens ein Kinderspiel. Aber eine erste Probemontage zeigt, dass der Aufwand alle Mühen wert ist. Der Kübel wird spitze aussehen. Denn nicht nur das Lager gab noch ein paar Schätze frei. Auch der Teilehandel sorgte für diverse Überraschungen. Doch den größten Knaller sollte erst ein Blick in den Typenschein auslösen. |
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