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| Projekt Artz |
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Für alle, denen Artz überhaupt nichts sagt: Das war ein sehr talentierter Karosseriebauer vom Autohaus Nordstadt in Hannover, der immer wieder
skurrile Autos auf VAG Basis auf die Räder stellte. So zum Beispiel einen Porsche 928 mit Golf-Karosserie drauf, oder ein Porsche 914 mit
Käfer-Karosserie drauf. Und dann gabs da noch einen Typ 43 200er, der auf Kombi umgebaut wurde und ein paar Urquattros, die er entweder zu einem
Kombi oder zu einer Limousine verwandelte. All diese Autos gab es in Stückzahlen von höchsten zwei bis drei. All das ist auch schon mindestens
25 Jahre her.
So einen echten Artz zu finden, ist also nicht unbedingt leicht. Weil entweder sind die Autos nur für wirklich viel Geld zu haben, oder schlicht niedergefahren, zerlegt, verschollen. Umso hektischer wird man dann, wenn auf einmal so ein Exemplar wo auftaucht. In unserem Fall: Eine Urquattro-Limousine. Gebaute Stückzahl: Zwei. Um es kurz zu fassen (und auch zahlreiche Gerüchte aus dem Weg zu räumen, die sich blöderweise gebildet haben): Mörtl erwarb dieses Auto auf legalem Wege. Er war einfach der erste, der den vorigen Besitzer per Telefon kontaktierte. Dass dieser dann so schnell das Fahrzeug aus einem großen Internet-Auktionshaus löschte, wusste er nicht. Und zu Gerücht II: Der Kaufpreis war bei weitem nicht so niedrig, wie diverse Quellen fälschlicherweise behaupteten. Jedenfalls wechselte das Auto seinen Besitzer, und weil es zur Überstellungsfahrt nichts zu sagen gibt, erzähl ich lieber etwas über den Lebenslauf dieses Artz, der ein wenig nach Kitsch-Krimi klingt und noch ziemlich lückenhaft ist, da es keine Unterlagen mehr zu diesem Auto gibt und nur auf den Fakten basiert, die Mörtl und ich bis jetzt zusammen tragen konnten. Also: Vor langer Zeit gab es einmal einen Atomphysiker. Der forschte nicht nur, sondern sammelte auch Audis in einer großen Halle. Eines Tages kaufte er auch diesen Artz. Das muss grob im Jahre 1993 oder so gewesen sein. Kurze Zeit später stürzte besagter Atomphysiker von einem Regal. Wir wissen nicht, ob er schon vorher mal von einem Regal stürzte, jedenfalls war es sein letzter Sturz, denn er starb bedauerlicherweise bei diesem Unfall. Im Anschluss übernahm ein neuer Pächter die großteils schon geräumte Halle, mit der Auflage, auch das Zeug noch zu übernehmen, was noch so drin zu finden war. Rund ein halbes Jahr später (das sagt schon einiges über die Dimensionen der Halle und der ehemaligen Sammlung aus) fand er dann erst im Keller diesen merkwürdig aussehenden Quattro. Da ihm der Platz nicht abging, ließ er ihn all die Jahre stehen, irgendwann mal touchierte einer mit dem Traktor am Heck, mehr passierte über ein Jahrzehnt nicht. Jetzt räumte er aber mal zusammen (er entsorgte in diesem Fall buchstäblich seine Leichen im Keller) und veräußerte den Artz via Internet - und schwupp - sind wir schon wieder auf der Überstellungsfahrt. So weit, so gut. Unklar ist aber weiterhin, was zwischen 1980 (Auslieferung des Autos) und bis Anfang der 90er Jahre damit passierte. Fakt ist: Der Wagen war (so wie sein Zwilling) ursprünglich silber. Da es aber keine Unterlagen mehr zu diesem Wagen gibt, weiß man derzeit leider weder, wieviel Vorbesitzer den Wagen schon besaßen, noch, was wirklich die ganze Zeit damit geschah. Wer also sachdienliche Informationen zu diesem Fall hat, der kontaktiere mich doch bitte. Endlich im neuen Quartier gab es endlich mal Gelegenheit, sich das Ding genauer anzusehen. Ob das Heck jetzt schön, interessant oder einfach nur hässlich ist, liegt wohl eindeutig im Auge des Betrachters. So oder so sind die Blecharbeiten auf sehr hohem Niveau durchgeführt worden, denn alle Flächen und Formen wirken wie aus einem Guss. Wie das Auto aber nun zusammengestückelt wurde, auch das lässt sich nicht mehr eindeutig sagen. Laut Fahrgestellnummer ist es jedenfalls ein Urquattro und anscheinend hat Herr Artz damals ab der A-Säule die Kabine einer Typ 81-Limousine eingeschweißt und das Heck des Urquattro so gut es geht mit dem der Limousine kombiniert. An Details wie den hinteren Federbein-Domen merkt man natürlich schon, dass es sich hier um einen Umbau handelt. Aber das sind im Endeffekt vernachlässigbare Details, wenn man allein mal sieht, wie kunstvoll die Urquattro-Verbreiterungen auf die hinteren Türen modelliert wurden. Sogar die Lüftungsgitter (ursprünglich in der C-Säule des Urq) passte man in die hinteren Seitenteile. Damits besser aussieht, sind das aber nicht die originalen Gitter, sondern kürzere, von denen beide glücklicherweise noch vorhanden sind. Nicht mehr ganz so vollständig ist dafür der Innenraum. Auch so eine ungeklärte Frage: Wer hat das Auto jemals so zerlegt? Und wo kam die Innenausstattung hin? Wird man wohl nie mehr klären können. Jedenfalls sind das irgendwelche Sitze mit irgendwelchen Kopfstützen. Ebenso fehlt im Kofferraum der Teppich. Kompletter ist dafür der Motorraum, bei dem nur diverse Fühler und Schläuche nicht angeschlossen sind. Über Details wie Bremsen oder Fahrwerk brauchen wir nach einer so langen Standzeit wohl nicht reden. Ebenso wenig über die Tatsache, dass dieses Auto dringendst eine komplette Restauration braucht. Immerhin sind die von hand gefertigten Teile wie Heckdeckel oder Türen fast unversehrt und noch zu retten. Mehr als genug Arbeit steckt da aber trotzdem drin. Und das etwas ernüchternde an dem Auto: Paar Jahre später brachte Audi ohnehin eine 80er-Limousine mit quattro-Antrieb auf den Markt. Und in den kann man ja problemlos den Urquattro-Motor einbauen. Aber das sind alles nur Nachbauten, und kein echter Artz. Wie es mit dem Artz nun weitergeht? Wir halten Euch am laufenden! |
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